Fluid (vom lat. fluidus — fließend) — jeglicher Stoff, dessen Verhalten bei einer Deformation mit den Gesetzen der Mechanik von Flüssigkeiten beschrieben werden kann. Der Begriff „Fluid“ ist im 17. Jahrhundert in die Wissenschaft zur Kennzeichnung hypothetischer Flüssigkeiten, mit deren Hilfe man einige physikalische Erscheinungen und die Bildung der Gesteine erklärte, eingeführt worden. Mit der Entwicklung der Wissenschaft hat sich der Inhalt des Begriffs Fluid verändert. Durch rheologische und geologische Untersuchungen ist nachgewiesen worden, dass sich alle realen Körper, wie fest sie auch immer zu scheinen mögen, unter der Einwirkung andauernder tangentialer Belastungen wie Flüssigkeiten verhalten. Wenn die Zeit (t) des Wirkens einer äußeren Kraft, die im Körper Schubspannungen auslöst, erheblich kürzer ist als die Relaxationszeit (tr), so verhält sich der Körper elastisch. Bei t>tr verhält sich der Körper wie eine Flüssigkeit, d. h., er fließt. In den geologischen Prozessen, deren Dauer mit Millionen Jahren gemessen wird, können nicht nur Gase, Wasserlösungen, Erdöl, Schlämme und Magma als Fluid auftreten, sondern auch Ton, Salze, Gipse, Anhydrite, Kalksteine und andere „feste“ Stoffe.