Absorption von Gas — Aufnahme einzelner Komponenten aus Gas- (Dampf-) Gemischen durch das gesamte Volumen einer Absorptionsflüssigkeit (seltener: eines festen Körpers) mit Bildung einer Lösung. Die Absorption ist die Grundlage der technologischen Prozesse zur Herauslösung von Wasserdämpfen, Kohlenwasserstoff-Komponenten und Schwefelverbindungen aus den Strömen von Erd- und synthetischen Gasen sowie zur Entgiftung von Gasemissionen im Interesse des Umweltschutzes.

Man unterscheidet zwischen der chemischen und der physikalischen Absorption. Bei der chemischen Absorption wird die zu absorbierende Komponente in einer flüssigen Phase in Form einer chemischen Verbindung gebunden. Dabei ist praktisch dessen vollständige Aufnahme möglich. Bei der physikalischen wird die Lösung des Gases von keiner chemischen Reaktion begleitet. Die Aufnahme der Komponente erfolgt so lange, bis deren partieller Druck (der Druck der einzeln angenommenen Komponente des Gasgemischs) in der Gasphase höher ist als der Gleichgewichtsdruck über der Lösung.

Die Absorption ist ein selektiver und umkehrbarer Prozess. Der Umkehrvorgang – die Herauslösung des gelösten Gases aus der Lösung – wird als Desorption bezeichnet. Die Verbindung von Desorption mit der Absorption erlaubt, das Sorptionsmittel mehrfach zu verwenden und die Absorptionskomponenten in einer Reinform herauszulösen. Die Absorption wird mit einer Druckerhöhung und Temperaturverringerung verstärkt. In Kohleschächten bestimmt die Absorption des Methans durch die Kohle deren Gashaltigkeit.