Aggressives Wasser — Wasser, das aktiv chemische Reaktionen eingeht, die aufgrund der Wirkung der im Wasser enthaltenen Salze und Gase unterschiedliche Bauten aus Beton und Metall (zum Beispiel Grubenausbau-Konstruktionen) sowie Anlagen und Ausrüstungen zerstören und Flora und Fauna von Gewässern ungünstig beeinflussen.

Aggressives Wasser kommt als natürliches und im Zuge von Bergbauarbeiten, bei der Ableitung von Abwasser aus Chemie- und Metallurgie-Betrieben usw. künstlich entstandenes vor. Man unterscheidet folgende Arten von Aggressivität des Wassers: kohlensaure, auslaugende (alkalische), allgemein saure, Sulfat-, Magnesium- und Sauerstoff-Aggressivität. Den Einfluss des aggressiven Wassers reduziert man durch eine Steuerung der Regimes für den Zufluss von Oberflächen- und Grundwasser sowie des aus den Schächten kommenden Abwassers und durch eine Verringerung der Zeit des Kontakts des Wassers mit den Mineralien, der Temperatur und der Geschwindigkeit der Erneuerung der Lösung.

Die zerstörende Einwirkung aggressiven Wassers auf Metall verringert man durch den Einsatz säurefester und korrosionsbeständiger Anlagen und Ausrüstungen sowie Maschinen, die unter Verwendung von Legierungselementen in den Legierungen, Folien mit einer erhöhten Auflockerungsenergie (was die Korrosion bremst und die Beständigkeit des Metalls erhöht) hergestellt wurden, sowie durch das Beimengen von Stickstoff in Chromstahl. Für die Trockenhaltung von Schächten bei hohen Drücken des aggressiven Wassers verwendet man ausgekleidete und glasfaserverstärkte Plastikrohre, und bei geringen – gußeiserne, Eternit- oder Asbestzementrohre. In der Öl- und Gasindustrie werden bei der Endlagerung von Industrieabwässern die Futterrohre der Bohrungen aus korrosionsfestem Metall hergestellt. Den Ringraum (Raum rund um die Rohre) zementiert man mit aggressionsbeständigen Zementsorten bis hoch zum Bohrlochmund aus.