Gasverarbeitungswerk (Kondensat-Verarbeitungswerk, GVW) ist ein Industriebetrieb für die Verarbeitung von Erdgas, Erdölbegleitgas und Gaskondensat zu einheitlichen Kohlenwasserstoffen, den Begleitprodukten (Schwefel, Helium) und den Gasmotorbrennstoffen.

Die ersten GVWs für die Verarbeitung von Erdölgasen mit einer Kapazität von 100–300 m3/Tag wurden in Russland in den 1920-er Jahren geschaffen. In den 1930-er Jahren wurden in der ehemaligen UdSSR die GVWs für die Verarbeitung von Erdgas und Erdölbegleitgas in Baschkirien, Tatarstan und in der Kujbyschew Region, im Nordkaukasus etc. gebaut. Die Entstehung der Gasverarbeitung in der ehemaligen UdSSR als einer selbstständigen Unterbranche fällt auf Ende der 1960-er – Anfang der 1970-er Jahre und ist mit dem stürmischen Wachstum der Gasbranche verbunden.

Die gegenwärtigen GVWs (die GVWs Astrakhan, Orenburg, Sosnogorsk, das GVW Urengoy für Kondensat-Transportaufbereitung, das GVW Surgut für Kondensatstabilisierung) sind Unternehmen, die jährlich Dutzende Milliarden Kubikmeter Gas und Gaskondensat verarbeiten. Dazu gehören: Aufnahme- und Aufbereitungsstationen für Gas und Kondensat, Kompressor-Stationen, verfahrenstechnische Anlagen (Reinigung des Gases von sauren Komponenten, Gasentbenzinierung und -trocknung, Abtrennung von Ethan, Propan, Butan und Pentan, Schwefelerzeugung, Stabilisierung und Verarbeitung von Gaskondensat) und auch Hilfsobjekte, Güterparks und Wasser-, Dampf- und Stromversorgungsstellen.

In Verarbeitungsunternehmen von OAO Gazprom werden folgende verfahrenstechnische Arbeitsgänge verwirklicht: Gasabscheidung (identisch mit der Gasabscheidung im Gasfeld), Tieftrocknung und Extraktion der leichten Kohlenwasserstoffe mittels Tieftemperaturkondensation und Rektifikation, Helium- und Ethan-Erzeugung mittels fraktionierter Gaskondensation unter Gastiefkühlung, Gaswaschen von Marcaptanen mit Zeolithen, mittels Tieftemperaturölwaschen und Tieftemperaturkondensation.