Erdgasfernleitungs system ist das einheitliche verfahrenstechnische System für die Beförderung großer Mengen Erdgas aus den Förder- oder Produktionsgebieten zu den Abnahmestellen. Es kann eine Länge von bis zu mehreren Tausend Kilometern aufweisen. Dazu gehören die erforderlichen komplexen Erdgasaufbereitungsanlagen (CGTU), die Gasfernleitungen, die Gasverteilungstationen und –netze und die Gasabnahmeobjekte.

In Erdgasaufbereitungsanlagen wird Gas von festen und flüssigen Beimischungen gereinigt, getrocknet, odoriert und sein Druck reduziert (auf den Solldruck am Eingang der Fernleitung). Das zur Fernbeförderung aufbereitete Gas wird in die Fernleitung eingespeist. Die Ortschaften, die sich in der Nähe der Fernleitungen befinden, werden durch daran installierte Abgangsleitungen (Rohre mit kleinerem Durchmesser) mit Gas versorgt. Um die Soll-Leitungstransportkapazität zu sichern, werden entlang der Gasleitung im Abstand von 90–150 km Kompressor-Stationen untergebracht. Damit wird der Gasdruck erhöht, und das Gas zusätzlich gereinigt und gekühlt. Am Endpunkt der Gasfernleitung gelangt Gas in die Gasverteilungsstation, wo es auch gereinigt und odoriert wird, sein Beförderungsvolumen gemessen wird, und es zu den Abnehmern weitergeleitet wird.

Zur Überbrückung der saisonbedingten Gasverbrauchsspitzen dienen die unterirdischen Gasspeicher, die Speicher für verflüssigte Kohlenwasserstoffgase und die spezifisch ausgewählten Regelungsabnehmer (Pufferabnehmer), die in der Winterzeit mit einer anderen Brennstoffart betrieben werden.